Gewichtsabnahme bedeutet nicht gleich Fettabnahme. Das eine führt zu Frust und mehr Kilos als vor der Diät. Das andere zum dauerhaften Figurerfolg. Der Unterschied entscheidend.

Gemeinsam haben beide nur eines, ein benötigtes Kaloriendefizit.

Was also ist anders?

Bei der Gewichtsabnahme wird normalerweise versucht so wenig als möglich zu essen.
Bei der Fettabnahme wird versucht soviel als möglich zu essen.

Das verlangt nach einer Erklärung, nehme ich jetzt einfach mal an.

Gewichtsabnahme

Falls Deine bisherige Taktik beinhaltete über eine gewisse Zeit möglichst wenig zu essen, dann fällt dies unter die Rubrik “Gewichtsabnahme”. Da unter diesen Umständen nicht nur die Energieeinnahme beschränkt wird, sondern auch Nährstoffe wie Vitamine, Spurenelemente, Enzyme, etc., schaltet der Körper um in den “Überlebensmodus”.

Die Konsequenz:

  • Die Schilddrüse drosselt den Stoffwechsel um die wichtigsten Organe und Systeme am laufen zu halten.
  • Weniger wichtige Funktionen wie z.Bsp. der Hormonhaushalt werden heruntergefahren.
  • Der Körper beginnt Muskelmasse als Energiequelle zu verbrennen und schont vorhandene Fettreserven, um ein letztes Sicherheitsnetz zu erhalten.
  • Hunger und Essen wird als Botschaft vom Hirn so laut kommuniziert, dass man kaum an etwas anderes denken kann

Diese Schutzmassnahmen als Reaktion auf ein übermässiges Kaloriendefizit zu vermeiden, sollte aber das Hauptziel jedes auf langfristigen Erfolg ausgerichteten Abnehmprogrammes sein.

Sonst führt das meist nur zu einem frustrierten Aufgeben noch vor dem Erreichen des Gewichtsziels. Und falls die Willenskraft ausreichte, um sich bis zum vorgenommenen Gewicht durchzumurksen, geschieht danach immer das gleiche: nach kurzer Zeit wiegst Du mehr als vorher.

Wieso das so ist?
Der Stoffwechsel bleibt gedrosselt, die Hormone sind weiter im Ungleichgewicht und Du hast weniger Muskeln. Wenn Du nun wieder gleichviel isst wie vor der Diät, führt das zwangsläufig zu noch mehr Übergewicht.

Fettabnahme

Bei der Fettabnahme hingegen isst Du soviel als möglich, so dass Du im Schnitt gerade noch eine Reduktion von 0.25 kg bis maximal knapp ein Kilo pro Woche erzielst. Normalerweise pegelt sich das ein bei einem Kaloriendefizit von 200 bis 300 kcal, mit 400 kcal als Obergrenze.

Um sicherzustellen, dass der Körper die wichtigen Nährstoffe erhält und darum nicht in den Überlebensmodus umschaltet, nutzt man – und Du ahnst es bereits – naturnahe Lebensmittel wie Gemüse, Fleisch, Fisch, Nüsse und Beeren. Als Kohlenhydratquellen gönnst Du Dir etwas Obst, Kartoffeln oder glutenfreies Getreide wie Reis, Hirse, Buchweizen oder Quinoa.

Der Körper erhält so alle essentiellen Reparatur-, Herstellungs- sowie Unterhaltsrohstoffe und es fehlt einzig an etwas Energie. Diese holt er sich dann von Deinen Fettreserven. Bingo!

Wenn Du dann wieder mehr isst, behältst Du dank diesem Vorgehen die neugewonnene Figur.

Wer sollte nicht versuchen Körperfett abzubauen?

Falls Dir eine oder mehrere der “drei klinischen Stolpersteine” zu schaffen machen. Diese sind:

  • Verdauungsbeschwerden
  • Schilddrüsenstörungen
  • Blutzuckerprobleme

In solchem Fall wird eine Einschränkung der Kalorien kaum durch eine Fettabnahme belohnt. Im Gegenteil, man gräbt sich nur noch tiefer in ein Stoffwechselloch.

Typische Anzeichen für das Vorhandenseins der Stolpersteine sind:

  • Generelle Müdigkeit
  • Aufstossen nach dem Essen
  • Vermehrt abgehende Winde nach Mahlzeiten
  • Beschwerden beim Stuhlgang
  • Kälteempfindlichkeit (kalte Hände oder Füsse)
  • Übermässiger Haarverlust
  • Verlangen nach Süssem
  • Müdigkeit am Nachmittag
  • Regelmässiges Aufwachen in der Nacht zwischen 3 und 5 Uhr

Ein Bluttest ist der nächste Schritt um diese fiesen “Bananenschalen” zweifelsfrei aufdecken.

Bist Du betroffen, dann musst Du zuerst die Gesundheit auf Vordermann bringen. Erst danach solltest Du eine Gewichtsoptmierung angehen.

Das erste Anzeichen, welches Dir zeigt, dass Du die richtigen Gesundheitsmassnahmen getroffen hast, ist die Rückkehr von frischer Energie und Lust zur Bewegung. Dann weisst Du, jetzt ist der Körper bereit um überflüssige Kilos loszuwerden und Dein Sixpäck freizulegen.

Danke fürs Lesen,
Euer René